Bericht: Ungarnfahrt vom 17.10. bis 21.10.2013


Kolping hilft Kolping

Dieses Motto ist für die Marktoberdorfer Kolpingfamilie Leitbild. Sie unterstützt die Kolpingfamilie in Ungarn in Bóly. Die ca. 4000 Einwohner zählende Stadt liegt im Südosten von Ungarn nahe zur Grenze bei Kroatien. Die Entfernung von Marktoberdorf beträgt 1000 km. Seit nunmehr 22 Jahren lebt diese Gemeinschaft. So wird über das ganze Jahr, jeden Montag gesammelt. Wichtig ist gut erhaltene Kleidung, aber auch Bettwäsche, Spielzeug, Plüschtiere, Fahrräder und Guterhaltenes, das hier zu Lande überflüssig geworden ist. Unsere Kolpinghelferinnen prüfen, sortieren und verpacken alles in Kartons.
Am 16. Oktober war Packtag auf einen großen Tandemhänger. Über 100 Kartons mit Kleidung, 3 Fahrrädern und ca. 30 Koffer wurden fachgerecht verladen. Nach 3 Stunden hatten 8 Helfer alles für die große Fahrt vorbereitet.


Beladung des Tandemanhängers:



1. Rast am Morgen Rasstätte Schallaburg:



Am Donnerstag, den 17. Oktober um 4:00 Uhr war Start mit einem VW-Bus, dem schwer beladenen Hänger und 7 Mitreisenden.

Unsere 1. Vorsitzende Brigitte Knestel lässt es sich nicht nehmen, dies entsprechend zu organisieren und mit dabei zu sein. Die Fahrt war fast bis nach Wien mit Regenschauer begleitet.


Regen vor Wien:




Erst nach Budapest wurde es hell und bald war blauer Himmel unser Reisebegleiter. Nach 14 Stunden erreichten wir um 18:00 Uhr unser Ziel, das Kolpinghaus in Bóly. Hier wurden wir bereits von einer Delegation der Kolpingfamilie erwartet. „Agi“ Leiterin des Kolpinghauses hatte den Einscheck schon vorbereitet. Dann war bereits der Empfang zum Abendessen mit dem 1.Vorsitzenden  Gábor  in einem gemütlichen Weinkeller mit Kellergewölbe organisiert. Hier wurden wir von den Freunden herzlichst empfangen und dies nach ungarischem Brauch zuerst mit Hochprozentigem versorgt.

Abendessen im urigen Keller:



So gestalteten sich die kommenden 3 Tage. Doch zuerst die Arbeit. Gemeinsam wurde am nächsten morgen der Hänger entladen und die Fracht im Keller des Kolpinghauses geordnet eingelagert.

Josef schleppt Kartons:



Alle Helfer nach dem Frühsport:



Nun konnte das umfangreiche Programm, das die Kolpingfamilie Bóly vorbereitet hatte, gestartet werden. Angefangen hat dies am Freitag mit der Fahrt zum Thermalbad nach Harkány. Das Bad besteht bereits seit 1823 und ist berühmt wegen der besonderen zweiwertigen Schwefelverbindung, das Carbonylsulfid.
Gegen 16:30 Uhr wurden wir von unseren Freunden zu einer Weinprobe im tiefen Keller des Weingutes Fritsch empfangen. Wir staunten über die Größe des Kellers, den riesigen Vorrat an Fässern und nicht zuletzt über das umfangreiche Sortiment an Weinen. So waren wir in kürzester Zeit in einer heiteren und geselligen Runde. Alle Bilder können hier nicht gezeigt werden. Anschließend hatten wir einen gemütlichen Ausklang beim Abendessen in einer neu gestalteten Gaststätte, die Ihresgleichen sucht.


Thermalbad Hárkany Aussenbecken:



Weinkeller Fritsch:



Am Samstag wurden wir mit einigen Begleitern mit einem Kleinbus nach Mohács (Mohadsch) gefahren. Diese Stadt ist berühmt für das Faschingsfest der Buschos. Ein Volksbrauch der Schokatzen (Südslawen). Die Teilnehmer des Festes verkleiden sich mit bunt bemalten Masken mit Hörnern, großen zottigen Fellen, Glocken am Hüftseil und bewaffnen sich mit den ohrenbetäubenden Holzratschen. Der Buschoumzug soll den Winter verabschieden und den Frühling willkommen heißen. Nach der Führung des Museums hatten wir Gelegenheit uns auf dem Markt zu verköstigen. Ein kurzer Abstecher zur Donau zeigte uns die schöne Landschaft. Am Nachmittag besuchten wir ein denkwürdiges Museum. Ein Mann hat über ca. 50 Jahre unzählige Modelle aller Waffengattungen des 2.Weltkrieges im Maßstab 1:72 gebaut, alle erdenklichen Kampfflugzeuge der Wehrmacht, des Heeres und der Marine. Die Vielseitigkeit und die Präzision bis ins kleinste Detail war faszinierend – das muss man gesehen haben.

Anschließend ging die Fahrt in den schönen Ort Pécsvárad. Hier erwartete uns ein Jahrmarkt mit Tanzgruppen, die in Ihrer Tracht die alten Volkstänze vorführten. Der Ort war gefüllt mit Firanten, die Ihre Besonderheiten anboten. Wir konnten gemütlich in der warmen Sonne das Treiben genießen und unseren Gaumen verwöhnen. Letztlich war eine scharfe Hirschsalami der Renner – jeder hatte davon etwas im Gepäck mitgenommen. Der Höhepunkt des Tages war das Abendessen in einer Czarda. Hier wurden wir kulinarisch verwöhnt. Aber das Highlight war die 5köpfige Musikkapelle unter Leitung von Beck Laszlo der Mann von Agi. Sie spielte ununterbrochen mit flotten Stücken und sehr langen Passagen, so dass jeder schweißtreibend Pausen einlegen musste. Unsere Freunde zeigten uns, was hier Tanzen heißt und forderten alle auf, dabei zu sein. Der Czardas gegen Mitternacht brachte jeden von uns an gewisse körperlichen Grenzen, denn zum Ende hin ist er signifikant schnell. Da zeigt sich dann, wer diesen Takt noch mit den Füßen verarbeiten kann. Gegen 01:00 Uhr war vermutlich jeder froh, dass Bettruhe war.
Der Sonntag begann dann etwas verspätet und mit Muße. Zuerst war Messbesuch angesagt, danach war jeder bei seiner Gastfamilie. So wurde der Sonntag bei sehr schönem warmen  Herbstwetter gemütlich verbracht. Gegen 17:00 Uhr wanderten wir gemeinsam zu einem privaten Weinkeller unserer Freunde Schubert Franz und Ilona.. Die Überraschung war perfekt, denn die Vielseitigkeit der aufgedeckten Speisen und des Weines, als auch der süßen Verführungen lies auf der langen Tafel keinen Platz frei. Die Augen essen bekanntlich mit und so war die Schlacht an diesem Buffet lang anhaltend. Der gute Schnaps, der Wein und der kulinarische Genuss lies dies zu einem fröhlichen und unvergessenen Abend werden. Die Hausleute überraschten uns zudem noch mit Geschenken von Ihrer Ernte, -Äpfel, Walnüsse und Gebackenes.


Hausherr Schubert Franz, Laszlo und Agi:



Ausklang bei unserer Gastfamilie:



Am Montag, den 21. Oktober wurde gemeinsam der Hänger beladen. Mit diesem Gepäck wäre unsere Versorgung in jedem Fall sichergestellt. Gegen 09:30 Uhr waren wir reisefertig und so wurde nach mehreren Fotos und einer herzlichen Verabschiedung die Heimreise angetreten.

Abschied von der Kolpingfamilie in Bóly:



Der Wettergott hatte uns die ganze Zeit über verwöhnt, denn die Tagestemperaturen lagen oft über 20 Grad bei blauem Himmel. So durften wir wunderschöne, erlebnisreiche Tage bei unseren Freunden der Patenfamilie Kolping CsalaloBóly Katolikus verbringen. Nach 14 Stunden Heimfahrt ohne Störung und gutem Wetter kamen wir gegen Mitternacht wohlbehalten in Marktoberdorf an.
Am Dienstag trafen wir uns bereits wieder um 9:30 Uhr, denn es galt den Hänger zu entladen, zu säubern, den VW Bus wieder taufrisch zu gestalten, um die Leihgabe wieder in bestem Zustand zurück zu geben. Nach einem kurzen Umtrunk war unsere Mission gegen 11:00 Uhr zu aller Zufriedenheit erledigt.

Verfasser: Benno Osterrieder


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